Schönbrunn b. Wunsiedel: D-95632, Oberfranken, Deutschland.
Lage: 11°58'15" Ost 50°01'37" Nord  [Karte] [GOV]
Karte
Bayern, Regierungsbezirke
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Schönbrunn war während des hochmittelalterlichen Landesausbaues Mittelpunkt einer Rodungsherrschaft.
1295 zeugt ein Rüdiger von Schönbrunn bei einem Vergleich zwischen dem Land-grafen von Leuchtenberg und dem Kloster Waldsassen.
Um 1300 war Schönbrunn im Besitz derer von Hertenberg, von denen sich Taut wiederum "von Schönbrunn" nannte und kaiserlicher Landrichter in Eger war.
Er übergab 1314 den Markt Redwitz und das Schloss Schönbrunn mit allen Zugehörungen dem Kloster Waldsassen.
In einem Streit zwischen den Hertenbergern und den zollerischen Burggrafen wurde die Burg zu Schönbrunn zerstört. Die heutige Kirche jedoch dürfte als roman. Chorturmkapelle zur Burg ganz oder in Teilen überlebt haben.
1344 wurde Heinrich von Hertenberg Erblehensträger der Zollern unter der Auflage, die Burg wieder aufzubauen.
Die Hertenberger kamen dem nicht nach, ließen das Lehen 1384 zum Amt Wunsiedel schlagen und verließen 1412 Schönbrunn ganz.
1499 war Schönbrunn ein Dorf, das jedoch Richter, Rat und Gerichtsschöffen hatte. Es bestand aus 17 ganzen, 10 halben Höfen, acht Herbergen und einer Mühl.
1787 heisst es, dass Schönbrunn weitläufig in drei Reihen angelegt sei und 44 Häuser, darunter zwei Wirtshäuser und ein Schulhaus sei, enthalte.
Es waren dies ein ganzer und 30 halbe Höfe, fünf Söldengüter, die Stollenmühle und der Krohenhammer, 10 Tropfhäuser, das Hirthaus und das ungangbare und unbezimmerte Hammergut, der Schleifhammer.
Seit 1761 hatte die Gastwirtschaft zum "Weißen Ross" die Braugerechtigkeit. Die Einwohner Schönbrunns mussten Frongeld zum Hohenberger Schlossbau bezahlen und die Wiese zu Neudorf (Gem. Reicholdsgrün) abmähen und das Heu nach Hohenberg fahren. Die Söldengütlein waren verpflichtet, die herrschaftlichen Hunde zu führen.
In der Spätzeit des 18. Jahrhunderts ließ dörflicher Gemeinschaftssinn die bemerkenswerte Rundanlage des Dorfbrunnens mit den Milchgruben entstehen, die heute noch ein Kennzeichen Schönbrunns ist.
1818 wurde Schönbrunn eigene Gemeinde zusammen mit den Orten Breitenbrunn, Furthammer und Krohenhammer. Es zählte damals 88 Gemeindeglieder.
Krohenhammer wollte sich 1869 von Schönbrunn lösen mit der Begründung, es läge näher an der Stadt Wunsiedel, wohin es schulisch und kirchlich sowieso gehöre. Außerdem kämen 50 bis 60 Fabrikarbeiter ausnahmslos aus Wunsiedel. Der Verlust von 12 Seelen würde die Gemeinde Schönbrunn, die damals 805 Seelen umfasste, nicht schmälern. Der Antrag wurde abgelehnt.
Zum 1. Januar 1975 kam die Gesamtgemeinde Schönbrunn nach Wunsiedel, nachdem die dortige Schule schon 1970 in den Schulverband eingegliedert worden war.
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