Göpfersgrün, Wunsiedel: D-95632, Oberfranken, Deutschland.
Lage: 12°04'12" Ost 50°03'00" Nord  [Karte] [GOV]
Karte
Bayern, Regierungsbezirke
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Bereits im hohen Mittelalter mag hier der Ministeriale Gottfried von Wetterfeld die Rodung geleitet haben, denn 1135 als "Gotefriedesrewt" und 1182 als "Gotefriedesgrune" kann dieser Ort den ältesten urkundlichen Nachweis im Fichtelgebirgsraum vorweisen.
Länger als ein halbes Jahrtausend hielt sich die Altform dieser Siedlung an der Straße Thiersheim-Wunsiedel, durch die man aber auch 1672 noch den Weg mit der Kutsche von Hof nach Redwitz genommen hat. So sind 1567 vier Besitzer von vier Burggütern genannt, die weder Zins, noch Steuer oder Zehenden zu geben brauchten, der gnädigen Herrschaft jedoch, so oft sie gefordert wurden, mit einem reisigen Pferd, das Burgpferd genannt, dienten wie andere Burggüter im Sechs-ämterland.
1698 hatten die Burggutbesitzer bis zu sieben eigene Hintersassen. Während sie ab 1693 besteuert und von der Stellung des Wagenpferdes befreit wurden, mussten sie 1787 wieder je ein reisiges Pferd samt Montierung bereit halten. Noch 1870 wurde Christian Friedrich Eugen Leers als Besitzer des freien Gutes Göpfers-grün genannt, der damals schon Versuche mit künstlichem Dünger machte und seine Ställe mit fließenem Wasser versehen hatte.
1880 wurde Göpfersgrün aus dem Pfarrsprengel Redwitz in den Pfarrsprengel Bernstein eingepfarrt. Zur politischen Gemeinde gehörte es seit 1818. Die eigene Dorfschule, die Göpfersgrün ein Jahrhundert lang hatte, wurde im Rahmen der Landschulreform 1968 aufgelöst und dem Schulverband Holenbrunn-Bernstein eingegliedert. Dem Ortsgebiet angegliedert und an der Kreisstraße nach Thiersheim befinden sich die bergbaulichen Anlagen mit Aufbereitungswerk und entsprechender Zahl von Arbeiterwohnungen, aber auch mit eigenem Haltepunkt der Nebenbahnstrecke Holenbrunn-Selb, Johanneszeche.
1734 baute man in der Zeche "St. Johannes in der Wüste" bei Göpfersgrün gelegentlich Eisenerz ab. Den Namen dieser bald eingegangenen Zeche übernahm 1901 die Steatitgewinnung am nämlichen Ort. Im Großabbau über und unter Tage wird eine kristalline Form von Talk, die im Volksmund den Namen Speckstein trägt, aus einem für Deutschland einmaligen Vorkommen gewonnen.
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